Weinreise Kulinariktourismus Weingut Reisen 2026
Dorothea Schroeder, Reiseverkehrskauffrau in Pfaffing/Oberbayern
Autorin & Oberbayern-Expertin

Dorothea Schroeder

Ich beobachte seit Jahren, wohin sich Reisetrends bewegen, lange bevor sie im Prospekt landen. Für diesen Artikel habe ich mir angesehen, was aktuelle Buchungsdaten über Gastronomische Weinreisen berichten.

Veröffentlicht: 21. Juli 2026  |  Aktualisiert: Juli 2026


Gedeckter Tisch mit Wein und regionalen Speisen zwischen Weinreben.AI Label
Eine Reiseform für Genießer, die Kultur, Landschaft und Tradition einer Region über den Gaumen, mit dem Wein als Leitmotiv, entdecken möchten.
Gastronomische Weinreise auf einen Blick

Eine gastronomische Weinreise verbindet den Besuch von Weingütern und Anbauregionen mit kulinarischen Erlebnissen wie Menüs, Kochkursen oder Markt- und Erntefesten. Im Mittelpunkt steht nicht die einzelne Verkostung, sondern ein mehrtägiger Aufenthalt, bei dem Wein, regionale Küche, Landschaft und Kultur einer Region als Gesamterlebnis erlebt werden, statt als Ausflugspunkt auf einer längeren Route.


Was die Zahlen tatsächlich zeigen

Der globale Weintourismus-Markt wird 2026 auf rund 57,4 Milliarden US-Dollar geschätzt und soll bis 2033 auf etwa 138,4 Milliarden US-Dollar wachsen, ein jährliches Wachstum von rund 13 Prozent. Europa hält mit klassischen Zielen wie dem Douro-Tal oder Burgund weiterhin den größten Anteil am Markt. Parallel dazu wächst der weiter gefasste Kulinariktourismus, zu dem auch Wein zählt, von etwa 19 Milliarden US-Dollar 2026 auf über 76 Milliarden US-Dollar bis 2033, mit einem noch höheren jährlichen Wachstum von rund 22 Prozent. Beide Marktsegmente wachsen damit deutlich schneller als der klassische Pauschalreisemarkt.

Wein und Küche wachsen zusammen

Der auffälligste Trend ist weniger das Marktwachstum selbst als die Verschmelzung zweier bisher getrennter Reiseformen. Laut Branchendaten sehen Regionen, die kulinarische Veranstaltungen gezielt mit Weinfesten kombinieren, einen Besucherzuwachs von rund 25 Prozent gegenüber reinen Weinverkostungen. Auch bei der Zielgruppe verschiebt sich etwas: Rund 40 Prozent der Millennials geben an, eine Weinregion aufgrund von Empfehlungen in sozialen Medien zu besuchen, oft ausgelöst durch Bilder von Menüs und Tischszenen statt reiner Flaschenfotos. Übergreifend gilt: Für 88 Prozent der Reisenden sind kulinarische Erlebnisse mittlerweile ein wesentlicher Bestandteil der Reiseentscheidung, 64 Prozent legen dabei besonderen Wert auf regionale Küche.

Für Weingüter bedeutet das einen Rollenwechsel: weg vom reinen Verkaufsort, hin zum Gastgeber, der Geschichten erzählt, mit lokalen Köchen kooperiert und Gäste über mehrere Tage statt nur eine Stunde begleitet.

Für wen sich eine Weinreise lohnt

Gastronomische Weinreisen eignen sich besonders für Reisende, die Genuss nicht im Vorbeigehen erleben möchten, sondern Zeit für wenige, dafür intensive Stationen einplanen. Statt möglichst viele Weingüter an einem Tag abzuklappern, lohnt sich eine Auswahl von zwei bis drei Betrieben pro Tag, ergänzt um ein bis zwei besondere Restaurants und idealerweise einen Kochkurs oder eine Marktführung vor Ort. Für Paare und kleinere Freundesgruppen sind private Führungen mit Winzer und Koch heute vielerorts buchbar und bieten deutlich mehr Tiefe als offene Verkostungstermine.

Wein und Küche waren auf Reisen lange zwei getrennte Programmpunkte, die Verkostung am Vormittag, das Essen am Abend. Gastronomische Weinreisen machen daraus ein gemeinsames Erlebnis und damit oft den eigentlichen Grund für die Reise, statt nur ein Ausflugsziel unterwegs zu sein.


Häufige Fragen zu gastronomischen Weinreisen

Eine gastronomische Weinreise verbindet den Besuch von Weingütern und Anbauregionen mit kulinarischen Erlebnissen wie Menüs, Kochkursen oder Markt- und Erntefesten. Im Mittelpunkt steht ein mehrtägiger Aufenthalt, bei dem Wein, regionale Küche und Kultur einer Region als Gesamterlebnis erlebt werden.

Klassische Ziele sind das Douro-Tal in Portugal, Burgund und die Provence in Frankreich, das Piemont und die Toskana in Italien sowie zunehmend Regionen wie Australien oder Neuseeland. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Weingütern, Gastronomie und kurzen Wegen dazwischen.

Für einen ersten Eindruck einer Region reichen drei bis vier Tage, für mehrere Teilregionen empfiehlt sich eine Woche.

Quellen und Informationen zu diesem Artikel

Dieser Artikel stützt sich auf folgende primäre und weiterführende Quellen:

  1. Persistence Market Research: Wine Tourism Market Forecast 2026–2033
    Quelle für Marktgröße und Wachstumsprognose des globalen Weintourismus.
    persistencemarketresearch.com
  2. Grand View Research: Culinary Tourism Market Report 2026–2033
    Quelle für Marktgröße und Wachstum des Kulinariktourismus.
    grandviewresearch.com
  3. Business Research Insights: Culinary Tourism Market Size & Growth
    Quelle für Reisendenanteile, die kulinarische Erlebnisse priorisieren.
    businessresearchinsights.com
  4. Market Research Future: Wine Tourism Market Report
    Quelle für die Synergie-Effekte zwischen Wein- und Kulinarikevents sowie Social-Media-Einfluss.
    marketresearchfuture.com

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